Im folgenden Bericht werde ich über meine zweite Rennsaisonhälfte erzählen. Mit dieser und meiner gesamten Entwicklung bin ich rückblickend mehr als zufrieden. Ein Vize-Deutscher-Meistertitel, ein Deutscher-Meistertitel, Top 10 bei der EM, ein Weltcup Podium und eine missglückte WM waren Teil davon. Welche Rennen Teil der Saison waren und wie es jeweils lief erzähle ich jetzt.
Der Start in die zweite Saisonhälfte war beim Weltcup in Nove Mesto na Morave (Tschechien). Dort wurde ich Vierter in der Quali für das Shorttrack Rennen und im Finale Platz 7. Ein Wahnsinns Rennen war auch das darauffolgende XCO Rennen aufgrund der enormen Fankulisse im weltbekannten Biathlonstadion.
Daraufhin machte ich einen Abstecher zum Enduro Weltcup in Leogang (Saalbach, Österreich). Das war die größte Überraschung der Saison, da ich trotz sehr geringer Vorbereitung auf dem Weltcup Podium endete, mit nur 10 Sekunden Abstand zum Sieger.
In Davos (Schweiz) nahm ich an der Junior World Series teil und fuhr ein Rennen mit dem ich zufrieden war. Am Ende Platz 12 und einige Weltranglistenpunkte mehr. Die Strecke war sehr ungewöhnlich, aber ich hatte sehr viel Spaß das ganze Rennwochenende über in dieser schönen Region.
Ebenfalls zum Weltranglistenpunkte sammeln (um bei großen Rennen einen besseren Startplatz zu bekommen) war ich in Graz (Österreich). Dort fuhr ich innerhalb einer Woche zwei Rennen. Beide Rennen waren im Rückblick ein großer Erfolg und ich habe fast die maximal möglichen UCI-Punkte mit nach Hause genommen. Dennoch wollte ich eigentlich mindestens ein Rennen gewinnen, was ich mit Platz 2 & 3 gegen den amerikanischen Meister Noah Scholnick nicht geschafft habe.
Am Wochenende nach dem 24h Rennen war die deutsche Meisterschaft im Cross Country, mein geplanter Saisonhöhepunkt. Die Strecke in Wombach war allen Favoriten um den Titelkampf bekannt, trotzdem hab ich jede Kurve angeschaut und mich bestmöglich vorbereitet. Eine Deutsche Meisterschaft ist nicht mit anderen Rennen zu vergleichen, es kann ein Underdog das Rennen gewinnen und der Topfavorit nur 5. werden. Die nationalen Meisterschaften sind so speziell, da die Besten eines Landes isoliert gegeneinander fahren, und das im Vergleich zum Weltcup in einem kleinen Starterfeld. Die Taktik spielt eine riesige Rolle. Mein Plan war vorerst defensiv zu fahren um Kraft zu sparen und gegen Mitte / Ende das Rennen zu entscheiden. Dieser Plan ging nur so halb auf, da das Rennen durch Stürze und dem Versuch der Spitze sich gleich vom Feld abzutrennen sehr hektisch wurde. Dabei riss ein Fahrer aus und war alleine an der Spitze. Gegen Mitte des Rennens nahm ich die Verfolgung auf und ließ die restlichen Favoriten hinter mir. Am Ende habe ich durch wenige Sekunden den Anschluss zum Sieger verpasst. Trotzdem bin ich unglaublich stolz mich deutschen Vizemeister der Junioren nennen zu dürfen.
Durch meine herausstechende Leistung über die vergangene Saison wurde ich zur EM und WM mit German Cycling nominiert.
Meine Europameisterschaft war wie ein Etappenrennen, da ich ohne Ruhetag alle vier Rennen hintereinander fuhr. Leider war – wie ich und meine Trainer auch erwartet hatten – im letzten Rennen nicht mehr viel im Tank, dennoch nur knapp die Top 20 verfehlt. Das war es aber Wert, denn die 3 Rennen davor waren der Hammer. Gestartet mit der Qualifikation für das Shorttrack Rennen, da nur die besten 40 im Finale fahren dürfen. Ich hatte die ganze Quali im Griff und konnte mit der Spitze ins Ziel rollen – Platz 4. Am Tag darauf im Finale durfte ich demnach aus der ersten Reihe starten. Das Format des Shorttrack Rennens ist unvorstellbar schnell und chaotisch. Eine Kurve zu weit aufgemacht und es stechen 5 Leute vorbei. Die Position zu halten ist sehr schwer. Gegen Mitte des Rennens (Minute 10) machte ich den Sprung in die Spitzengruppe und wir trennten uns zu 6. vom Hauptfeld ab. Ich attackierte mehrmals, aber erfolglos. Am Ende Platz 6.
Zusätzlich hatte ich noch die Ehre für Deutschland in der Team-Staffel als Junior zu starten. Mit meiner eigenen Leistung war ich wieder sehr zufrieden und hatte die 2. schnellste Rundenzeit meiner Altersklasse und konnte sogar in der U23 mithalten. Leider haben wir als Staffelmannschaft die Bronze-Medaille knapp verpasst.
Das knapp verpasste Deutsche Meistertrikot im XCO wollte ich definitiv im Enduro nachholen. Mit diesem Ziel fuhr ich zur Deutschen Meisterschaft und konnte mir nach einem soliden, konstanten Rennen den Titel als Deutscher Juniorenmeister sichern.
Das letzte XC Rennen 2026 war für mich die Weltmeisterschaft in Val di Sole (Italien). Es war eine Riesen-Ehre und Erfahrung auch an dieser Meisterschaft mit German Cycling teilnehmen zu dürfen. Erneut durfte ich die Rolle als Junior für die Teamstaffel übernehmen. Leider lief die WM nicht wie geplant, da ich die Woche davor bis zur Anreise krank war. Trotzdem eine unvergessliche Woche und eins meiner Highlights!
